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Dialysezeit ist Lebenszeit!

Neu: Die Nachtdialyse im Dialysezentrum Riedstraße

Üblicherweise werden die Dialysebehandlungen dreimal pro Woche für jeweils ca. 4-5 Stunden durchgeführt. Dabei werden in relativ kurzer Zeit Giftstoffe und Flüssigkeit dem Blut entzogen. Je mehr Giftstoffe und Flüssigkeit entfernt werden müssen, desto schlechter ist die Verträglichkeit der Dialysen für den Patienten. Eine Verbesserung der Verträglichkeit und Effektivität für Patienten mit hohen Giftstoffwerten kann durch eine längere Dialysezeit erzielt werden. In internationalen Publikationen wird seit einigen Jahren über den Vorteil der Langzeitdialyse berichtet.
So können wir seit Juli 2010 im Zentrum Darmstadt/Riedstraße die Nachtdialyse anbieten. Die Patienten können abends, zum Beispiel nach der Arbeit, ins Zentrum kommen und dialysieren über die ganze Nacht während sie schlafen. Dadurch können Dialysezeiten von mindestens 8 Stunden realisiert werden, wodurch die Dialyse gleichzeitig verträglicher und effektiver wird. Im Folgendenden sind die wichtigsten Punkte der Nachtdialyse zusammengefasst

Bessere Dialyseeffizienz
Die Nachtdialyse bietet durch die lange Entgiftungszeit eine effektive Entfernung der harnpflichtigen Substanzen. Dadurch wird die „Entgiftung/Reinigung“ des Körpers deutlich verbessert. Die Verbesserung der Dialyseeffizienz spiegelt sich somit auch in einem besseren „kT/V-Wert“ wider, ein wichtiger Marker mit dem die Nephrologen die Qualität der Dialyse messen und an die zuständigen Behörden melden müssen.

Bessere Toleranz/Verträglichkeit
Durch die langsame, schonende Elimination von Flüssigkeit und harnpflichtigen Substanzen, resultiert eine deutlich bessere Dialysetoleranz.

Besserer Blutdruck
Durch den langsamen Flüssigkeitsentzug kommt es auch zu einer stabileren Kreislaufsituation während der Behandlung. Die Folge ist eine Verbesserung der Blutdruckeinstellung, so das Medikamente eingespart werden können.

Weniger Medikamente
Weitere Parameter wie das rotes Blutbild (Hb-Wert), der Knochenstoffwechsel (Parathormon, Phosphat und Calcium) zeigen eine deutliche Verbesserung, so das teure Medikamente wie Erythropoetin, Cinacalcet (Mimpara) und div. Phosphatbinder reduziert oder abgesetzt werden können.

Lockerung der Diät
Die bessere „Phosphatclearance“ (Phosphatentfernung) hat zur Folge, daß die Patienten bei der Ernährung nicht mehr so stark auf den Phosphatgehalt achten müssen. Diätetische Vorschriften können gelockert werden. Insbesondere soll der Eiweißkonsum wegen des Eiweißverlustes über die verlängerte Dialyse eher gesteigert werden. Dies gilt auch für die wasserlöslichen Vitamine. Es kann sogar notwendig sein, daß man der Dialyseflüssigkeit Phosphat zusetzen muss.